Rangliste zeigt Problemzonen der Weltmeere

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Die Ozeane leiden unter den Menschen – wie stark, zeigt jetzt eine globale Rangliste. Demnach erreicht der Zustand der Weltmeere nur 60 von 100 möglichen Punkten. Ein schwacher Trost: Den deutschen Gewässern geht es einigermaßen gut.

Wie sehr die Menschheit in die Natur eingreift, ist an den Meeren besonders gut abzulesen: Ganze Ozeanregionen sind inzwischen leergefischt, die Erwärmung des Wassers gefährdet Korallenriffe, die Versauerung der Meere durch den industriellen Kohlendioxid-Ausstoß greift Schalentiere an, dazu kommt die Verschmutzung durch Abfälle und Öl.

Jetzt stellen Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“ eine Rangliste zum Zustand der Weltmeere vor – und sie zeigt deutlich, wo die größten Probleme liegen. Ähnlich wie beim menschlichen Gesundheitscheck untersuchten die Forscher um Benjamin Halpern von der University of California in Santa Barbara rund 170 Küstenregionen nach verschiedenen Kriterien – darunter Ernährungssicherung, Wasserqualität, biologische Vielfalt, Tourismus und Freizeit oder die Kohlenstoffspeicherung in den Gewässern.

In der Studie wurde Deutschland in acht der zehn Kategorien positiv beurteilt und erhielt 73 Punkte. Über 70 Punkte erzielten sonst nur noch fünf Prozent aller bewerteten Länder, unter anderem die Seychellen 73 und die unbewohnte Jarvisinsel im südlichen Pazifik, die mit 86 Punkten am besten abschnitten. Die USA erzielten 63, Großbritannien 61, China 53 und Australien und Russland jeweils 67 Punkte.

Obwohl die Ozeane um die Industrieländer besser abschnitten als die um Entwicklungs-länder, gab es auch überraschende Ergebnisse: Das Entwicklungsland Surinam schnitt mit 69 Punkten gut ab. Ein besonders schlechtes Ergebnis erzielte dagegen Polen mit nur 42 Zählern. Damit landet das Land in einer Punkteregion, in der sonst nahezu ausschließlich verarmte Drittweltstaaten zu finden sind.

Bei der Nahrungsversorgung aus dem Meer und Erholungsmöglichkeiten schneidet jedoch auch Deutschland neben nahezu allen anderen Küstenländern schlecht ab. Insgesamt erreichten die Weltmeere auf einer Gesundheitsskala von Null bis Hundert nur 60 Punkte.

Halpern und seine Kollegen betonen, dass ihr Ansatz nicht nur reine Meeresschutz-maßnahmen berücksichtigt, sondern vielmehr einen Ansatz, der die natürlichen Systeme unter minimaler Einwirkung des Menschen erhalten würde. Die Forscher sehen ihre Bewertungsmethode als Informationsquelle für Forscher, Entscheidungsträger aber auch alle anderen Menschen. Nach ihren Angaben könnte es künftig ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen zu finden, die die Meere nachhaltig schützen und gleichzeitig menschliche Interessen umsetzen.

Hier geht es zur interaktiven Grafik

Gesundheit der Weltmeere
Küstenregion / Punktzahl

  • Jarvisinsel 86
  • Deutschland 73
  • Seychellen 73
  • Australien 67
  • Russland 67
  • USA 63
  • Großbritannien 61
  • China 53
  • Mikronesien 53
  • Singapur 48
  • Polen 42
  • Liberia 37

Quellen: Nature/dpa/SpiegelOnline vom 16.08.2012

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